Pressemitteilung:
Kampagne für Bargeldzahlung gestartet
400 Plakate in Form einer Chipkarte werden in den nächsten Tagen im
Stadtzentrum zu sehen sein. Sie markieren den Start der Kampagne "...und wer
kontrolliert Ihren Einkauf?", die sich für die Auszahlung von Bargeld an
AsylbewerberInnen in Dresden einsetzt.
Bisher erhalten ca. 200 AsylbewerberInnen und geduldete Flüchtlinge
Sachleistungen in Form von "Fresspaketen". Zwar beauftragte der Stadtrat die
Stadtverwaltung am 28.10.2004 zur Einführung von Chipkarten, mit denen
AsylbewerberInnen in bestimmten Läden einkaufen können. Doch die
Stadtverwaltung ebenso wie das Sächsische Innenministerium scheinen die
Umsetzung vorsätzlich zu verzögern.
Die Kampagne prangert sowohl das "Fresspaket" und als auch die etwas
fortschrittlichere "Chipkarte" als menschenunwürdig und rassistisch an. Beide
dienen der Ausgrenzung, Diskriminierung und Kontrolle von AsylbewerberInnen.
Sowohl Fresspakete als auch Chipkarte bedeuten zudem einen enormen
Verwaltungsaufwand für die Stadt. Deshalb fordert die Kampagne
die sofortige Auszahlung von Bargeld an AsylbewerberInnen. Diese Forderung
wird von zahlreichen Vereinen, Prominenten, Vertretern des Einzelhandels und
Parteien unterstützt.
Weil die Stadt nicht handelt, müssen andere schon mal anfangen. Zeitgleich
zur politischen Kampagne wächst die Zahl der Paketpatenschaften.
DresdnerInnen kaufen ein Teil des "Fresspaketes" von AsylbewerberInnen ab
und essen es selber. Dafür erhalten die AsylbewerberInnen das Bargeld zur
freien Verfügung.
Nächster Höhepunkt der Kampagne wird die Podiumsdiskussion -Von Kantinenessen,
Fresspaketen und Chipkarten - die Versorgung sächsischer AsylbewerberInnen im
bundesweiten Vergleich- sein. Sie findet am 20. März 2006 im Kulturrathaus,
Königstraße 15, ab 20:00 Uhr mit Betroffenen, VertreterInnen von Verwaltung
und InitiatorInnen der Kampagne statt.
Für Nachfragen, Pressegespräche, Fototermine stehen wir gern zur Verfügung.
"...und wer kontrolliert Ihren Einkauf? Kampagne gegen die Ausgrenzung von
AsylbewerberInnen"
Kontakt: Silke Pohl, Telefon: 0351-5001006
e-mail: info@gegen-ausgrenzung.de
homepage: www.gegen-ausgrenzung.de
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